Wahlen

Die Wahlen am letzten Sonntag sind insgesamt sehr nüchtern verlaufen. Das lag zum einen an dem dreitägigen Alkoholverbot im Vorfeld. Es soll bei vollem Bewusstsein gewählt werden, so die Begründung. Wahrscheinlich wird so auch der Gewalt ein wenig vorgebeugt. (Auch wenn es zum guten Ton gehört sich vor den Wahlen reichlich einzudecken.)

Zum Anderen war aber auch die Stimmung sehr unaufgeregt. Die stärkste Oppositionspartei wurde durch eine Gerichtsentscheidung zu einem günstigen (und sicher nicht ganz zufälligen) Zeitpunkt vor der Wahl geschwächt. An Laternenmasten klebten einige kleine Plakate der Opposition, als würde man sich nicht über das DIN-A3 Format hinaus trauen. Ortega musste gar keine neuen Plakate aufhängen, denn er thront sowieso schon ganzjährig mit erhobener Faust über jedem Kreisverkehr und über allen öffentlichen Gebäuden.

Das Verhältnis zwischen dem Nicaraguanischen Volk und Ortegas Partei, dem FSLN ist stark historisch geprägt. Der FSLN hat die Revolution gegen den Diktator Somoza gewonnen und das Volk befreit und so ist ein großer Teil der damaligen Generation Sandinista. Die Positionen der Partei werden dabei meist nicht inhaltlich hinterfragt – entweder man ist Sandinista oder eben nicht.

Und auch wenn einige Projekte des FSLN, wie z.B. der Bau des Nicaragua Kanals durch den Süßwassersee umstritten sind, wird die Partei mangels Alternativen dennoch gewählt.

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